Montag, 24. August 2015

xxxBIER & PRESSSCHLAGxxx

Yo,

im Schatten des großen Bundesligazirkus erfreuen sich die unteren Ligen des deutschen Fussballs einer wachsenden Beliebtheit und so zog es Tim und meine Wenigkeit zum Spiel des FFC Victoria gegen die TUS Nieder-Eschbach. Hierbei sollte vielleicht noch erwähnt werden, dass die Kicker der Victoria aus der aktiven "Fanszene" der Eintracht stammen und sich nach einem der Vorgängerverein der Sportgemeinde Eintracht benannt haben.

Hartnäckige Rekrutierungsversuche...
Nach einem sonnigen Sonntagsspaziegang vom Hauptbahnhof aus erreichen wir pünktlich zum Anpfiff den Kunstrasenplatz im tiefsten Niederrad. Unter neugierigen Augen der Einheimischen entern wir zunächst die kroatische Vereinsgaststätte, um den entstandenen Durst nach dem Marsch zu löschen. Nach erfolgreichem Kauf zweier Hopfenkaltschalen nehmen wir einen freien Stehtisch hinter dem Tor in Beschlag und schauen dem Treiben auf dem Platz zu. Zunächst sind die Gäste aus Nieder-Eschbach am Zug und diese bringen die Victoria ein um das andere Mal in arge Bedrängnis ohne daraus jedoch Kapital schlagen zu können. Die Victorianer hingegen fighten um jeden Ball und halten unter großem Händegeklapper der anwesenden Eintrachtler das 0:0 bis zur Pause.
Spiel hinter Gittern...
Nach dem Seitenwechsel ist dann die Victoria am Drücker und hat nun mehrmals das 1:0 auf dem Schlappen aber ganz Eintracht-like steht es nach einem Konter 0:1 für die in Unterzahl agierenden Gäste der TUS. Danach wird es arg ruppig auf dem künstlichen Grün und unter lauten Gejohle wird ein um das andere Mal die Kung-Fu-Schere ausgepackt. Das alles hilft leider nichts denn die Kicker aus Nieder-Eschbach machen mit einem erfolgreichen Konter zum 0:2 zehn Minuten vor Spielende alles klar. Scheiß Ergebnis aber wir kommen wieder. Ganz bestimmt...
xxxKreisliga-Saufen statt laufenxxx
Liga: Kreisliga B, Frankfurt
Spielstätte: Kunstrasenplatz Niederrad
Zuschauer: circa 50 zahlende Augenpaare

Infos zur Victoria
Vereinsseite: FC Victoria FFM
Bericht in der FNP: "FFC Victoria - Von der Zuschauerrolle ins aktive Geschehen der B-Klasse"

Sonntag, 19. Juli 2015

xxxTHE BEST THING...xxx

...IS WRESTLING!

Yo,

wie bei vielen Altersgenossen war in meiner Kindheit/angehende Jugend Wrestling das Maß aller Dinge. Es wurde den Megaevents wie Wrestle-Mania entgegengefiebert, jeder hatte einen beachtlichen Stapel Sammelkarten der WWF (manche auch der WCW) und die Spielfiguren waren auch obligatorisch. Zudem nahmen wir die Einlaufmusiken der Wrestler vor dem Fernseher auf, die wir dann vor unseren Rangeleien im heimischen Keller abspielten. Geil! Mit zunehmenden Alter verlor man schlussendlich das Interesse an dieser Sportart, andere Sachen wurden interessanter.
Legende!
Vor ein paar Jahren schickte mir ein Kumpel dann einen Link zur NGW, der New Generation Wrestling. Dies ist quasi eine kleine "Wrestling-Liga" aus Sossenheim, die alle paar Monate einen Event mit mehreren Kämpfen auf die Beine stellt. Leider hatte ich es bis dato nicht zu einem dieser Events geschafft aber am vergangenen Sonntag sollte es dann endlich soweit sein: Die NGW machte Halt in Ober-Eschbach und lud zum "On Bombers Field" ein. Geil!
Die Arena...
Nach halbstündiger Fahrt mit der U-Bahn erreichen wir Ober-Eschbach und der Veranstaltungsort, die Albin-Göhring-Halle ist nach kurzen Wirren auch gefunden und von aussen vernehmen wir schon Live-Musik, so 80er Schwanzrock. Geil! Also schnell die 8 Neuronen abgedrückt und nix wie rein in die schwitzige Turnhalle. In der Mitte thront der Rind, drumherum sind 3-4 Stuhlreihen aufgebaut, die schon gut mit willigen Schaulustigen gefüllt sind. Am Ende der Halle kann ich die Band erblicken, die laut meinem Wischtelefon auf dem Namen SCARRED KIZZY hört. Geht definitiv gut rein, nur dem Pressefritzen scheint das alles zuviel zu sein und er hält sich genervt die Ohren zu. Da offensichtlich noch etwas Zeit bis zum Start der Kämpfe ist, decken wir uns mit günstigem Bier ein und suchen uns ein paar geeignete Plätze. Nicht zu nah am Ring heisst hier die Devise. Man möchte ja nicht irgendwie in das Geschehen involviert werden. Nach ein paar Minuten verstummt die Band und ein Offizieller der mächtigen NGW betritt den Ring, um ein paar Grussworte an den lechzenden Pöbel zu entrichten. Dann kann es auch schon losgehen und die ersten Kämpfer betreten die Arena: The Maggot bekommt es mit Robin Kirchner zu tun. Die Menge ist zunächst etwas verhalten, taut aber nach dem ersten Schlagabtausch hurtig auf. Jeder krakelt nach Herzenslust etwas in Richtung der Wrestler, die sich daran sichtlich berauschen. Geil!
Die Skepsis wird später ekstatischer Begeisterung weichen...
Was sofort bei den Kämpfen auffällt, ist die Athletik der Wrestler. Jeder Move wurde sorgfältig einstudiert, hier hat alles Hand und Fuß und das macht definitiv Laune! In den weiteren Matches wird es dann zunehmend spektakulärer: In einem Match werden Klappstühle, Schläger und sogar eine der Gitarre der Band in das Kampfgeschehen integriert, in einem anderen Kampf fliegt einer der Kämpfer in die Stuhlreihen und zum krönenden Abschluss gibt es sogar eine grandiose Battle Royale, in der alle Wrestler zugleich in den Ring steigen. Geil!
War bestimmt bequem, der Flug in die Stühle...
Nach gut und gerne drei Stunden ist das Spektakel auch schon wieder zu Ende und mit einem fetten Grinsen machen wir uns wieder auf den Heimweg. Wir kommen wieder. Definitiv!
Der Superstar der NGW: Purple Playa
Wrestlendes Weibsvolk war auch anwesend: Alice
Schlachtfeld

Sonntag, 12. Juli 2015

xxxALTHERRENHISTORIExxx

Yo,

seit geraumer Zeit unterhält die Sportgemeinde Eintracht eine sogenannte Traditionsmannschaft, in der verdiente Spieler des Vereins bei Benefit- und Spassspielen auflaufen. Am Freitag waren die "Altstars" beim FSV Bergen zu Gast, um gegen die SOMA-Mannschaft das sogenannte "Jahrhundert-Rückspiel" zu bestreiten. Diesem Spiel liegt dabei eine recht nette geschichtliche Anekdote zugrunde: Die Frankfurter Eintracht (bzw. der damalige Name Frankfurter FV) hatte im Rahmen der Gau-Liga gegen die damals noch eigenständige Gemeinde Bergen gespielt. Dabei hatte die Eintracht besagtes Spiel mit 10:0 gewonnen. Das Rückspiel fiel aufgrund der Wirren des 1. Weltkrieges im Jahre 1915 aus. Nun 100 Jahre später sollte das Rückspiel stattfinden, natürlich mit einem entsprechenden Augenzwinkern.
Gästeliste gab keine...
Als ich bei bestem Kaiserwetter die Sportstätte des FSV betrete, ist hier schon einiges los: Groß und Klein beäugen neugierig die alten Herren der SGE, laben sich an Bratwurst und Bier und der "Stadionsprecher" gibt launige Schoten zu besten. Nachdem ich mich mit Getränkemarken (erinnert mich stark an Bundesjugendspiele) eigedeckt habe, beginnt auch schon das Jahrhundertrückspiel. Die Spieler der Berger Mannschaft ist mir gänzlich unbekannt während ich bei der Eintracht viele bekannte Gesichter ausmachen kann: Charly Körbel, Oka Nikolov (diesmal als Feldspieler), Manni Binz, Matthias "Pferdelunge" Dworschak und noch diveres andere.


Auf dem Kunstrasen beginnt das Spiel zunächst etwas verhalten, bis die SGE dann spürbar das Tempo anzieht und mit ein paar sehenswerten Toren in Führung geht. Im Laufe dieses lauen Sommerkicks geht dem Bergener SOMA-Team deutlich die Puste aus während der Gegner noch deutliche Reserven vorzuweisen hat. Vor allem Manni Binz scheint im vollen Saft zu stehen. Er läuft den Platz hoch und runter, fordert stets den Ball und langt auch beim Gegner gern mal zu. Am Ende steht es dann 6:1 für die Altherrenriege der Sportgemeinde Eintracht.

Ach ja: In der Halbzeitpause durfte eine junge Dame ein Lied zum besten geben, mit dem sie bei DSDS ins (aufgepasst!) Achtelfinale gestürmt ist. Noch nie habe ich mich derart nach einer Flasche Schnaps gesehnt...

Links zum Hintergrund etc.:

Donnerstag, 25. Juni 2015

xxxSEE YOU ON THE OTHER SIDExxx

Yo,

vor geraumer Zeit spielten die mächtigen ORCHID auf dem alten Kontinent, um ihre neue Platte Sign Of The Witch zu promoten. Zu unserem Glück machten die Amis auch Halt in good old Frankfurt, besser gesagt in Das Bett.

Unter der Woche auf Konzerte zu gehen, ist ja immer so eine Sache. Wenn man Pech hat, beginnt die Show ultraspät und man kann den Gig nicht so wirklich geniessen, da man am nächsten Tag ja wieder auf die Arbeit muss und man stets auf die Uhr schielt. Egal, wenn die Doomer ORCHID am Start sind, dann kann man auch mal eine Ausnahme machen, worre?! In standesgemäßer Begleitung besteigen wir also die U-Bahn in Richtung Industriehof, um von dort aus den Bus zu nehmen, der uns in einer halbstündigen Irrfahrt zur Location kutschiert. Eigentlich hätten wir auch die Tram vom Hauptbahnhof aus in Anspruch nehmen können aber hinterher ist man bekanntlich immer schlauer. Am Venue macht sich schlagartig Durst bei uns bemerkbar und wir betreten total naiv den Laden und werden vom sandalentragenden Veranstalter nonchalant rausgeschmissen: "Nur weil die Tür offen ist, heisst es noch lange nicht, dass die Theke geöffnet ist"! Ist ja gut Opa, wir haben es ja verstanden. So irren wir eine gute halbe Stunde durch die Gegend, ohne eine Tanke, Trinkhalle oder eine ähnliche Hilfseinrichtung zu finden. Grundgütiger, wie im Mittelalter hier. So bleibt uns halt nichts anderes übrig, die verbleibenden zehn Minuten mit trockenen Kehlen totzuschlagen.

Pünktlichst um 20 Uhr gibt der freundliche Herr mit den Sandalen die heiligen Hallen für den Pöbel frei und wir können uns endlich an der Theke laben. Da sich das Wetter von seiner sonnigen Seite zeigt, zieht es uns wieder nach draussen und wir frönen einer meiner Lieblingsbeschäftigung: Leute beobachten. Immer wieder herrlich! Eine gute halbe Stunde später eröffnen die Lokalmatadoren namens DAMAGE den heutigen Abend mit solide gezockten Rock'n'Roll, der sich ungeniert bei den Genregrößen wie den HELLACOPTERS, AC/DC und MOTÖRHEAD bedient. Die Bühnenshow ist dann auch entsprechend choreographiert aber so wirklich der Renner ist das Gebotene dann auch wieder nicht. Solide halt!
DAMAGE
Nach kurzer Umbaupause betreten dann ORCHID die Bretter und zeigen sogleich, wer der unbestrittene Anwärter auf den Thron von BLACK SABBATH ist. Nicht nur vom Sound sondern auch vom Stageacting des Sängers ist man dem Vorbild so nahe, dass wahrscheinlich kein Frauenhaar  mehr dazwischenpasst.
ORCHID
Während des 75minütigen Set doomt sich die Band mit spürbarer Spielfreude durch die gesamte Schaffensphase inklusive der noch nicht erschienenen Langrille Sign Of The Witch und zieht damit so ziemlich jeden im Publikum in ihren Bann. Mit "He Who Walks Alone" wird das offizielle Set beendet aber ORCHID werden nach kurzen Zugabegefordere wieder auf die Bretter zitiert und setzen mit "Wizards Of War" und dem Überhit "Black Funeral" dem heutigen Abend die gebührende Krone auf...
Ist das jetzt Ozzy oder..

Dienstag, 16. Juni 2015

xxxLEINEN LOSxxx

Yo,

der Sommer strahlt mit voller Pracht vom Firmament und die Leute treibt es es in Scharen aus ihren Häusern. In Frankfurt zieht es den Bürger in der Regel an den Main, um dort etwas Sonne zu tanken. Wem es dabei nach einer Erfrischung gelüstet, der hat dabei diverse Möglichkeiten, ein passendes Etablissement zu finden. Eine davon ist das "Kneipenschiff" MS Wodan, welches am Eisernen Steg (Sachsenhäuser Seite wohlgemerkt) vor Anker gegangen ist.

Möchte man die MS Wodan betreten, so muss man dies stilecht über eine Planke tun. Hat man diese erste Hürde gemeistert, fällt einem das rustikale Ambiente auf, welches man getrost als Vintage bezeichnen kann: Ein bisschen Rost hier, ein paar Spinnenweben dort und fertig ist das Wohlfühlambiente. Betritt der geneigte Gast das Deck, so kann er an einer der zahlreichen Bierzeltgarnituren Platz nehmen und einen Blick auf die reichhaltige Karte werfen. Hier fällt auf, dass die Getränke- sowie Speiseauswahl wirklich enorm ist und preislich nicht zu große Löcher in den Geldbeutel gerissen werden.
Daueranlegestelle...
Die Bestellung wird vom Kellner mit Frankfurter Freundlichkeit aufgenommen und blitzschnell steht die Order schon auf dem Tisch. In diesem Fall waren es zwei Sauergespritze (0,5l) sowie ein kleines Wasser ohne Gas. Mit dem Getränk nach Wahl kann man nun die grandiose Sicht auf den Main sowie die Skyline geniessen und alle Fünfe gerade sein lassen. Herrlich! Wem das allerdings mit der Zeit zu öde wird, der kann eines der hauseigenen Tretboote mieten und den Fluss befahren. Muss man aber nicht...

Bewertung:
Lage: Wie eingangs schon erwähnt liegt die MS Wodan direkt am Eisernen Steg an der Sachsenhäuser Seite und ist daher für die zahlreichen Spaziergänger ideal, um dort einzukehren. Falls man dort spontan vorbeikommen möchte, so muss man ein paar Minuten Fussmarsch einplanen. Die nächsten U-Bahnstationen sind hierbei "Willy Brandt-Platz" und "Schweizer Platz" (jeweils circa 10 Minuten entfernt). Daher 4 von 5 Sternen.
Bedienung: Etwas rauh-herber Charme wie es auf der Sachsenhäuser Seite halt nicht unüblich ist. Ansonsten flott bei der Sache und stets aufmerksam. 4 von 5 Sternen.
Interieur: Yoah, hat schon bessere Zeiten gesehen aber das macht auch wiederum den Charme der MS Wodan aus. Allerdings könnte man mal wieder den zahlreichen Spinnweben zu Leibe rücken. 3,5 von 5 Sternen.
Preise: Irgendwo im unteren Frankfurter Durchschnitt, so dass man auch nach zahlreichen Getränken nicht arm wird. 4 von 5 Sternen.
Publikum: Hier findet sich so ziemlich alles, was in Frankfurt kreucht und fleucht: Studenten, Hipster, Touris und abgehalfterte Gestalten. Die Mischung ist angenehm. 5 von 5 Sternen.
Extrastern: Ach, den gibt es für die geschmeidige Aussicht. Besser gehts nicht...

Dienstag, 19. Mai 2015

xxxZURÜCK IN BERLINxxx

Yo,

das letzte Auswärtsspiel der Sportgemeinde Eintracht in dieser Spielzeit wurde bei Hertha BSC Berlin absolviert und es gab genau das Spiel, welches man sich im Vorfeld ausmalte: Graupenkick bis zum abwinken. Aber fangen wir doch einfach von vorne an:

Pünktlichst um halb fünf (!) klingelt das Wischtelefon und fordert mich respektlos auf, meinen Alabasterkörper aus der wohligen Schlafstätte zu bemühen. Widerwillig komme ich der Aufforderung nach, schliesslich fährt in einer guten Stunde der Bus in Richtung Bundeshauptstadt. Die Körperhygiene wird von meiner Wenigkeit robotergleich absolviert, ebenso das packen meiner Habseligkeiten, die ich für eine Übernachtung in Berlin benötige. Noch kurz einen Schluck Kaffee in den Mund gekippt und ich mache mich auf zum Hauptbahnhof. An der Südseite sehe ich schon die altbekannten Gesichter, ein "Gude" hier, ein mürrisches "Morsche" dort und mit dem ersten Dosenbier des Tages verschwindet auch die Lustlosigkeit auf diesen Ochsentrip. Kurz darauf fährt auch schon der Bus der FuFA ein, wir suchen uns passende Sitzplätze aus und unser Busfahrer Lawrence weist uns kurz in die Benutzung des Bord-WC's ein: "Leute, wir müssen mit dem Bus hin und zurück fahren. Daher die Toilette NUR im Notfall benutzen." Logischerweise hält sich keiner dran und noch in Frankfurt wird der Lokus zum ersten Mal frequentiert. Hätte ich dir auch vorher sagen können!

Die siebenstündige Fahrt wird souverän-routiniert ohne großartige Vorkommnisse absolviert, das von Tim vielgepriesene Dosenbier hält die Laune hoch und Björn erstaunt nicht nur mich, wie abgedreht seine Gedankengänge aus ihm heraussprudeln ("Kennt ihr das schon? Es gibt Versicherung gegen Maulwurfshügel. Kein Scherz! Ich habe gleich mehrere."). Eindeutig pathologisch! Anders kann ich mir das Non-Stop-Gequassel nicht erklären.
Kurzfristiger Hangover
In Berlin angekommen spuckt uns das rollende Gefährt in Fussweite des Olympiastadions aus und Tim treibt uns sogleich zur ersten Trinkhalle, an der uns auch Jan aus  Hamburg in die Arme fällt. Es folgt ein kurzer Plausch, der vom nahenden Anpfiff der Partie beendet wird. Als Treffpunkt nach dem Spiel wird die Bembelbar ausgemacht, die heute in Kreuzberg zum Rock'n'Goal geladen hat. Als wir den Oberrang entern setzt erwartungsgemäß Regen ein, der mich bei jedem Berlintrip begleitet. Wahrscheinlich regnet es hier öfter als in London und im Dschungelcamp zusammen. True Story!
Da hatte man noch Hoffnung...
Kurz nach dem Anpfiff gibt es im Unterrang eine kleine Choreo und auf dem Rasen entfaltet sich das wahre Grauen: Beide Mannschaften bieten einen Graupenkick, wie er im Buche steht und man bekommt das Gefühl, dass jeder Mensch besser kicken kann als diese 22 Herrschaften. Naja, ich hole erstmal Bier und habe die leise Hoffnung, dass es dann besser wird. Wird es nicht! Natürlich nicht!
Schee bundisch...
Zu Beginn der zweiten Halbzeit brennt der Unterrang erwartungsgemäß Pyro ab und sorgt damit für den einzigen Farbtupfer an diesem grau-tristen Nachmittag. Als der Referee das trostlose 0:0 abpfeift, entweicht mir ein erleichternder Seufzer und wir machen uns auf zum Bus, der uns in unser Übernachtungsquartier in Kreuzberg bringen wird. Auf dem Weg dorthin frage ich mich mehrfach, wieso ich mal wieder den Weg auf mich genommen habe, um mir so etwas anzutun während im hinteren Teil des Busses ein mehrstimmiger Kanon mit "MARIACRON" intoniert wird. Ich muss lachen und so langsam freue mich schon auf die Bembelbar.

Im Hotel übermannt mich ein kurzes Powernap und so kann ich dezent erfrischt den Weg zur Bembelbar antreten. Besagte Veranstaltung findet diese Mal im Tommy Weissecker-Haus statt, dass sich glücklicherweise im fussläufigen Bereich liegt. Die Location befindet sich in einem Hinterhof, wie er für Berlin typisch ist und wird von einem selbstverwaltetem Kollektiv verwaltet. Entsprechend locker geht's hier zur Sache und die altbewährte Mucke der Bembelbarjungs tut ihr übriges dazu, eine angenehme Atmosphäre aufkommen zu lassen.
Empfehlenswert
Nach einigen Ebbelwoi trete ich allerdings wieder den Gang ins Hotel an, da mir miese Kopfschmerzen von Hell666 die Laune an der Feierei verhageln. Sorry Jungs, bei der nächsten Bembelbar am Gleisdreieck bin ich wieder fit.

Die Rückfahrt am nächsten Tag verläuft absolut ereignislos. Einzig die folgende Konversation ist mir im Gedächtnis geblieben:
Typ 1: "Ey, das W-LAN ist ja weg!" 
Typ 2: "Alter, kein Wunder! Wir fahren ja auch durch einen Tunnel..."
Dem ist nichts mehr hinzuzufügen...

Sonntag, 3. Mai 2015

xxxZWISCHEN BIERTONNE, BLOCKUPY UND RAMMSTEINxxx

Yo,

der geneigte Leser dieses Blogs kennt ja die Beiträge, die sich mit den Etablissements in Frankfurt beschäftigen, in denen es ums Essen und Trinken geht. Nun ja, heute werden gleich drei (!) Kneipen vorgestellt, die sich allesamt im Frankfurter Bahnhofsviertel befinden und von Marius Machete und meiner Wenigkeit kurz vor den Blockupyprotesten besucht wurden:

Stop1: Zur Biertonne
Von dieser Kneipe hatte ich im Vorfeld schon so einiges gehört und vor allem mein Eintrachtmitstreiter Tim war voll des Lobes. OK, das Interesse meinerseits war definitiv geweckt und so verabredete ich mich mit Marius an einem lauen Dienstagabend auf ein paar Bier.
Als wir die "Biertonne" betreten, sind nur ein paar traurig anmutende Gestalten hier und da in dem Laden verstreut und von der Bedienung weit und breit keine Spur. Naja, vielleicht ist die ja gerade auf dem stillen Örtchen. Wie nehmen an einem der freien Tische Platz und bemerken zugleich die "etwas" klebrige Einrichtung. Muss man mögen. Nach einer guten Viertelstunde kommt dann auch mal die Bedienung aus dem Hinterzimmer geschlichen, nimmt regungslos unsere Bestellung (2x kleine Pils) auf und bringt diese erstaunlich schnell an unseren Tisch. Eine weitere Order möchten wir nach unserem Sturzpils nicht mehr abgeben, zu unwirtlich erscheint uns dieser unheilvolle Ort.

Ach ja: Pizza gibts auch...
Bewertung:
Lage: Die "Biertonne" befindet sich strategisch günstig an der Nordseite des Hauptbahnhofes und kann somit ohne Probleme mit der Tram 11 und 21 erreicht werden. Von der Haltestelle "Platz der Republik" sind es dann noch problemlose 2 Minuten. 5 von 5 Sternen.
Bedienung: Bedienung? Welche Bedienung? Immerhin kam irgendwann eine. 1 von 5 Sternen
Interieur: Trist meets abgeranzt. Kann man mögen aber klebrige Oberflächen wohin man hinlangt sind nicht so mein Fall. 1 von 5 Sternen
Preise: Gute Frage! Wir haben ja jeweils nur ein kleines Pils zu uns genommen aber teuer war es meiner Erinnerung nach nicht. 3 von 5 Sternen
Publikum: Die paar Gestalten gehören eher zu den traurigen Gesellen dieser Gesellschaft. Nun ja, 3 von 5 Sternen
Extrastern: Puh, jetzt wird es kritisch (grübel). Also...äh, den Extrastern gibt es für das schöne Wetter, welches an diesem Tag herrschte.

Stop2: Gleis 25
Nach dieser Erfahrung der etwas anderen Art machen wir uns Richtung Hauptbahnhof auf, um die nächste Kneipe anzusteuern: Das "Gleis 25", das gerne vor Auswärtsspielen der Sportgemeinde Eintracht angesteuert wird. Vor dem Laden lungern schon ein paar Feierabendler herum, trinken ein frisch gezapftes Bier und schauen dem Treiben zu, der den Hauptbahnhof umgibt. Das macht definitiv durstig und so ordern auch wir eine ordentlich gezapfte Pilsette und nehmen einen Stehtisch vor der Kneipe in Beschlag. Während wir uns das Bier schmecken lassen, beobachten wir eine kleine Spontandemo, die im Rahmen der Blockupyerlebnistage für Unterhaltung sorgt. Herrlich!
24 Stunden kann man sich hier schon mal aufhalten
Lage: In Spuckweite befindet sich das "Gleis 25" und somit befindet sich das Etablissement in einer Toplage! 5 von 5 Sternen
Bedienung: Aufmerksam, schnell und immer für einen flotten Spruch zu haben. 4 von 5 Sternen
Interieur: Rustikal, gepflegt, zweckmässig. Mehr braucht man zum Bier trinken ehrlich gesagt auch nicht. Schön geht aber anders. 3,5 von 5 Sternen
Preise: Jau, irgendwo im  Mittelfeld des Frankfurters Preisspektrums. 3,5 von 5 Sternen
Publikum: Bunt gemischt geht es hier zu. Banker, Säufer, Working Class Heros, Fussballfans und und und. Angenehm also. 5 von 5 Sternen
Extrastern: Den Extrastern gibt es für die Jukebox, die ernsthaft alle Songs der Undergroundband PUR führt. Hüstel

Stop 3: Ipanema Bar
Vom Hauptbahnhof zieht es uns weiter Richtung Münchner Strasse auf der Suche nach der letzten Destination des heutigen Abends. Dabei fällt uns die etwas abgefrackte Brasilienflagge der "Ipanema-Bar" ins Auge uns somit ist klar, wo wir unser nächstes Bier verkosten werden. Wir betreten den Laden, der schon ordentlich gefüllt ist und okkupieren sogleich zwei Plätze an der Theke. Die brasilianische Bedienung nimmt charmant unsere Bestellung von zwei großen Pilsetten auf uns stellt uns diese zügig zur Verfügung. Das Bier schmeckt und so können wir uns der Beobachtung von Interieur und Publikum widmen. Die Inneneinrichtung ist selbstverständlich brasilianisch angehaucht ohne überladen zu wirken, es ist sauber und die Jukebox spielt abwechselnd Rammstein und Iron Maiden. True Story! Das Publikum ist auch hier bunt gemischt und unser Liebling dürfte hierbei der vollgelaufene Typ sein, der zwar nicht mehr richtig auf seinem Barhocker hocken kann aber dafür Schnaps im Minutentakt ordert.
Im Sommer gehts ab nach draussen...
Lage: Vom Hauptbahnhof läuft man maximal 3 Minuten bis zur Ipanema-Bar. Easy also! 5 von 5 Sternen
Bedienung: Brasilianischer Charme gepaart mit Schnelligkeit am Zapfhahn. So lass' ich mir das gefallen. 4 von 5 Sternen
Interieur: Yoah, wie schon beschrieben wird hier mit diversen Dekoartikeln ein dezentes Brasilienflair erzeugt, welches nicht auf die Nerven geht. Aber besonders schön ist es aber auch nicht. 3 von 5 Sternen.
Preise: Puh, keine Ahnung. Dafür bekam der Besoffene und die Jukebox zuviel Aufmerksamkeit meinerseits. Dürfte sich im preislichen Mittelfeld bewegen. 3,5 von 5 Sternen
Publikum: Alles mögliche. Also 5 von 5 Sternen
Extrastern: Ach, den gibts heute mal einfach so...